Die Kunst zu leben

Für einige besteht die Kunst zu leben nur darin, jeden morgen zur Arbeit zu gehen. Für andere ist es immens wichtig, sich von irgendwelchen Klippen zu stürzen und den Fallschirm zu öffnen. Für andere wiederum ist es schon ein großer Fortschritt, wenn sie ihre eigene Wohnung beziehen können. Menschen in einem Wohnheim für Behinderte werden zum Beispiel immer unterschätzt. Es wird ihnen nichts zugetraut und sie werden von allen nur milde belächelt. Manche beschimpfen sie sogar oder halten sie für behämmert. Dennoch sind es auch Lebewesen. Wir alle gehören zu einer gewissen Rasse. Nicht den Weißen oder den Gelben, nein. Wir alle sind Menschen. Alle haben nach dem Grundgesetz die gleichen Rechte und Pflichten. Warum sollte man also behinderten Menschen eine eigene Wohnung verwehren? Weil sie nicht sauber genug sind? Sieht man sich in den deutschen Wohnungen einmal genauer um, können viele von den Behinderten noch sehr viel lernen. Einige sind wesentlich gründlicher als wir nicht Behinderte. Das sollten wir uns immer vor Augen halten. Auch haben die benachteiligten Menschen oft einen anderen Bezug zu Geld und zur Pflicht im Allgemeinen. Sie gehen in die Arbeit. Selbst wenn es nur zum Kugelschreiber montieren ist. Sie leisten einen Beitrag zur Gesellschaft. Sie fühlen sich wichtig und gebraucht. Warum auch nicht, sie tragen ja etwas bei. Ein betreutes Wohnen gibt den Behinderten nun die Möglichkeit, sich zu entwickeln und zu entfalten. Man muss ihnen nur die Gelegenheit geben sich zu beweisen. Und wir werden erstaunt sein, wie wenig wir enttäuscht sein werden.

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