Was Sie über Holzfenster wissen müssen

Holzfenster sind die Klassiker unter den Fenstern. Holz ist einer der ältesten Werkstoffe für Fensterrahmen, der noch häufig genutzt wird. Der Grund für Holzfenster ist simpel: es ist nicht nur ein natürlicher Baustoff, der ein gemütliches Raumklima verschafft, sondern weist auch einen guten ökologischen Fußabdruck auf. Außerdem ist der Rahmenwerkstoff vielseitig einsetzbar: er passt sowohl zu modernen als auch zu alten, sowie denkmalgeschützen Gebäuden.  

Große Auswahl an Hölzern für Holzfenster 
 
Acetyliertes Holz 
Acetyliertes Holz ist die Königin untern den Hölzern. Es stammt aus ausschließlich nachhaltig gewirtschafteten Wäldern und weist eine hohe Stabilität gegen UV-Strahlen auf. Eine dauerhaft natürliche Festigkeit und Schönheit des Holzes sind somit gegeben. Das Wuchsgebiet ist vornehmlich Neuseeland.  
 
Fichte 
Das Wuchsgebiet der Fichte ist in Europa. Das Holz zeichnet sich durch die gelbliche bis rötlich-weiße Farbe aus. Harzgallen – oder auch Harzgefüllte Hohlräume – sind zudem ein typisches Merkmal für die Fichte, was eine zeitintensive Produktion zur Reduzierung des Harzes zur Folge hat.  
 
Kiefer 
Die Kiefer ist ebenfalls in Europa zu finden. Unterschiedlich zur Fichte besteht der Kern und der Splint aus verschiedenen Farben: der Kern ist gelb bis rotbraun, wohingegen der Splint hellgelb ist. Als Kernholz werden die älteren (inneren) Holzschichten im Baumstamm bezeichnet, die nach einigen Jahren weniger mit Wasser versorgt werden und deswegen auch als trockeneres Holz gelten, wohingegen das Splintholz die jüngeren (äußeren) Holzschichten des Baumes gelten. Diese sind dementsprechend etwas feuchter.  

Lärche 
Die Lärche ist angepasst an ein kontinentales Klima mit kalten Wintern und sehr heißen und zugleich trockenen Sommern. Aufgrund dieses bestimmten Klimas wächst sie in Mittel- und Osteuropa, sowie in Nordamerika und Nordostasien. Typische Merkmale sind die die rotbraunen, nachdunkelnden Holzschichten des Kerns, wohingegen der Splint gelblich ist. 


Wärmedämmung und Festigkeit  
 
Generell wird Holz eine sehr gute Wärmedämmeigenschaft nachgesagt. Die Materialart ist also im Vergleich zu Metall ein schlechter Wärmeleiter. Das liegt an der Struktur des Baumes. Diese zeigt luftgefüllte Zellen auf, die zwischen dem Holz als schlechter Wärmeleiter gelten. Ein gutes Beispiel ist hierfür im Winter der sogenannte „Zwiebellook“ bei Personen, d.h. sie tragen mehrere unterschiedliche Schichten an Kleidung. Zwischen jeder Schicht Kleidung entsteht ein kleines Luftpolster, welches die Wärme gut isoliert und zeitgleich Kälte absorbiert. Ähnlich funktioniert das Prinzip auch bei Holz. Die luftgefüllten Zellen leiten am schlechtesten die Wärme ab. Dennoch sind Unterschiede bei den jeweiligen Holzarten zu beachten. Dabei gilt grundsätzlich, dass Weichhölzer (Nadelhölzer) bessere Dämmwerte aufweisen als Harthölzer. Letztere wachsen sehr langsam und sind daher sehr dicht (weisen weniger Zellen auf, in denen Luft gespeichert wird).  
 
Wartungsintensität und Pflege 
 
Oftmals wird als negativer Punkt bei Holz die Wartungsintensität genannt. Die Holzoberfläche muss durch regelmäßige, jährliche Lasuren und/ oder Lackierungen für die Witterungseinflüsse präpariert werden. Ansonsten ist es für Nässe sehr leicht direkt in das Holz einzudringen und es zu zersetzen. Mit Hilfe einer angemessenen Pflege kann zudem die Wartungsintensität etwas verringert werden. Nach dem Putzen sollte Gebrauch von Pflegemilch gemacht werden. Diese bildet dann einen Schutzfilm auf der Oberfläche, was das Holz glänzen lässt und zum positiven Wetterschutz beiträgt. Natürlich hängt die Wartung auch davon ab, welcher Sonneneinstrahlung es ausgesetzt ist als auch von der Wahl des Farbtons. Fenster in Ost- Süd- oder Westrichtung sind einer höheren Sonneneinstrahlung ausgesetzt und es bedarf hier mehr Wartung. Dunklere Töne nehmen Sonnenstrahlungen eher auf als helle Farbtöne, was zur Austrocknung und Absplitterung der Farbe führen kann.  
 
FSC & PEFC 
 
Nachhaltig, erwirtschaftetes Holz ist durch anerkannte Qualitätssiegel erkennbar. Die bekanntesten sind dabei Zertifizierungen nach FSC und PEFC. Beide Waldwirtschafts- Zertifizierungen haben verantwortungsvolle Ziele: 

  • weltweit gültige Prinzipien garantieren, dass Hölzer aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammen 
  • die ökologischen Funktionen eines Waldes erhalten bleiben 
  • Schutz vor dem Aussterben bedrohter Tier- und Pflanzenarten  
  • Sicherung der Rechte von Ureinwohnern und Arbeitnehmer 


Fakten zur Kaufentscheidung 
 
Der wohl größte Faktor, welcher zur Kaufentscheidung für Holzfenster beiträgt, ist der Preis. Holz hat einen hohen Anschaffungspreis, der allerdings durch die aufwändige Produktion und Langlebigkeit gerechtfertigt ist. Auch gibt es staatliche Förderprogramme von maximal bis zu 12.000€ (20% der förderfähigen Kosten) ausgezahlt werden. Zudem weist Holz gute Dämmeigenschaften auf, die zur Reduzierung der Heizkosten führen. Die Pflege ist nicht aufwändiger als das Polieren von Möbelstücken, was also nicht die Kaufentscheidung negativ beeinflussen sollte. Obacht ist jedoch bei der Holzartenwahl, besonders bei Tropenhölzern) geboten: nicht jede Holzart ist umweltfreundlich.

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