Sich selbstständig machen oder eine Firma gründen, was ist zu beachten?

Immer mehr Menschen machen sich selbstständig und gründen eine Firma, sei es weil sie ein eigenes Produkt oder eine eigene Dienstleistung am Markt anbieten möchten, oder weil sie als Freelancer für andere Firmen tätig werden möchten oder sei es auch deswegen weil sie in ihrem Angestelltenberuf gekündigt wurden und daher nun den Sprung in die Selbständigkeit wagen. Bei einer derartigen Unternehmensneugründung gilt es rechtlich einiges zu beachten worüber wir hier einen kurzen Überblick bieten möchten.

Die Wahl der Unternehmensform

Ganz elementar ist die Wahl der richtigen Unternehmensform. Möchte man ein Einzelunternehmen gründen, oder eine UG oder eine GmbH, oder wird es vielleicht eine GesbR? Möglichkeiten an Unternehmensformen gibt es viele, es kommt hier darauf an wie viele Personen gemeinsam als Unternehmer tätig werden, wie sie zusammenarbeiten und wie die weitere Unternehmensentwicklung voraussichtlich geplant ist.

Auch Haftungsfragen können die Wahl der Unternehmensform beeinflussen. Hier ist es zu empfehlen sich bei den zuständigen Stellen der lokalen Wirtschaftskammern näher zu informieren, auch Steuerberater stehen auf diesem Gebiet beratend zur Seite.  Oder man informiert sich gleich bei einem Fachanwalt für Wirtschaftsrecht, dieser kann dann auch alle nötigen rechtlichen und gesetzlichen Aufgaben für die Unternehmensgründung oder eine Umgründung durchführen.

Die Wahl des Unternehmensstandortes

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl des Unternehmensstandortes. Dieser hängt natürlich grundsätzlich einmal davon ab ob man ein Verkaufslokal benötigt oder eine Produktionsstätte, oder ob nur in einem Büro an Computern gearbeitet wird. Verkaufslokale sind natürlich dort am sinnvollsten an zu mieten oder zu errichten wo sich auch die potentielle Kundschaft aufhält (für klassische Handelsgeschäfte wären das die Einkaufsstraßen der Innenstädte oder in Einkaufszentren).
Bei Produktions- oder Bürobetrieben ist das nicht zwingend erforderlich, hier sollte man die Wahl des passenden Unternehmensstandortes davon abhängig machen wo man Zugriff zu den besten und auch günstigsten Arbeitskräften hat, wie der Unternehmensstandort erreichbar ist (insbesondere auch für Zulieferbetriebe) und auch ob es Förderungen und Unterstützungen von öffentlicher Hand gibt.

Rechtliche Fragen bei der Unternehmensgründung

Auch rechtliche Fragen müssen bei der Unternehmensgründung berücksichtigt werden. Das beinhaltet rechtliche und haftungsrechtliche Fragen die mit der Unternehmensform zusammenhängen, sowie arbeitsrechtliche Fragen was die Mitarbeiter oder eventuelle freie Dienstnehmer oder Freelancer, die für das Unternehmen tätig sind, betrifft. Ein weiterer wichtiger rechtlicher Aspekt, der in den letzten Jahren immer wichtiger geworden ist, ist der Datenschutz. Spätestens seit dem Inkrafttreten der DSGBO (Datenschutzgrundverordnung) werden Verstöße gegen Datenschutzbestimmungen sehr rigoros geahndet. Der Datenschutz umfasst dabei einerseits die Speicherung und Aufbewahrung der Daten im Unternehmen, z.b. auf Computern, Festplatten oder auch in (ausgedruckter oder handschriftlich erfasster) Papierform. Andererseits betrifft Datenschutz aber auch Internetauftritte des Unternehmens, also z.b. die Unternehmenswebseite, aber auch z.b. Social Media Profile auf Facebook oder Instagram, Newsletter die verschickt werden usw. Hier bieten verschiedene Rechtsportale, aber auch z.b. die Wirtschaftskammer Anleitungen und Vorlagen wie die datenschutzrechtlichen Bestimmungen umgesetzt werden müssen und welche Eingaben z.b. auf der Website verpflichtend sind und wie diese angegeben werden müssen. Am besten ist natürlich auch bei diesen rechtlichen Fragen direkt einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und sich von diesem die nötigen Infos und auch rechtlichen Bestätigung oder Rechtstexte erstellen zu lassen.

Auch markenschutzrechtliche Belange können bei einer Unternehmensgründung relevant werden. Das beginnt schon bei der Wahl des Unternehmensnamen selbst, falls dieser bereits geschützt ist kann es zu Unterlassungsaufforderungen oder Schadenersatzforderungen kommen, daher muss überprüft werden ob der gewünschte Unternehmensname noch frei ist. Aber natürlich kann man auch selbst den Unternehmensnamen oder Produktnamen sichern lassen damit Mitbewerber nicht mit ähnlichen Produkten und Leistungen unter dem gleichen Namen am Markt tätig werden können. Entwickelt das Unternehmen selbst Abläufe oder Produkten so ist es auch sinnvoll, sich dafür die Patente sichern zu lassen. Umgekehrt muss natürlich bei Neuentwicklungen auch überprüft werden ob nicht damit Patente anderer Unternehmen verletzt werden. Erste Anlaufstelle für markenschutzrechtliche und patentrechtliche Angelegenheiten ist auch in diesem Fall ein Wirtschaftsanwalt.

Wie man sieht gibt es doch einige Dinge die bei der Unternehmensgründung beachtet werden müssen, vor allem auch wichtige Punkte die nicht die rein fachliche Expertise des Unternehmensgründers betreffen. Meistens sind rechtliche Belange betroffen, es lohnt sich daher passende Rechtsanwälte oder die rechtlichen und relevanten Beratungsstellen der Wirtschaftskammern diesbezüglich zu kontaktieren.

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