Unternehmergesellschaft

Im Zuge der Modernisierung des GmbH-Rechts wird voraussichtlich zum 01. November 2008 die Unternehmergesellschaft eingeführt. Gründer, die das Stammkapital von 25 000 Euro einer GmbH nicht aufbringen können, werden sich künftig wohl für die Unternehmergesellschaft entscheiden, denn hierbei genügt ein Euro Stammkapital zum Gründungszeitpunkt. Dafür ist die Unternehmergesellschaft an eine zwingende Bildung von Rücklagen gebunden, die sich auf ein Viertel der Jahresgewinne beschränken wird, bis die 25 000 Euro Schwelle erreicht wurde. Damit möchte man auch bei der Unternehmergesellschaft den Gläubigerschutz stärken und für mehr Toleranz dieser Rechtsform sorgen. Abgesehen davon folgt die Unternehmergesellschaft den gesetzlichen Regelungen der GmbH.

Mit der Unternehmergesellschaft möchte man im europäischen Vergleich auch hierzulande eine moderne Rechtsform mit Haftungsbeschränkung anbieten, die kostengünstig zu gründen sein wird. Somit möchte man auch vermeiden, dass Gründer weiterhin wegen einer gewollten Haftungsbeschränkung auf ausländische Rechtsformen ausweichen und in Deutschland gründen. Damit möchte man natürlich auch den Wirtschaftsstandort stärken und zudem folgt man den Anforderungen der Lissabon-Strategie.

Der Gesetzgeber hat für die Unternehmergesellschaft ein Gründungsset beschlossen, in dem eine Mustersatzung enthalten sein soll. Von der Mustersatzung ist dann abzuraten, wenn eine kompliziertere Gründung einer Unternehmergesellschaft geplant ist, damit die Gesellschafter der Unternehmergesellschaft untereinander die besten und treffendsten Vereinbarungen treffen können. Mit der Mustersatzung würde die Rechtsberatung und Rechtsbelehrung für die Gesellschafter der Unternehmergesellschaft entfallen, was zu Fehlentscheidungen und zur Unterschätzung der Rechtsfolgen der vorgefertigten Regelungen in der Mustersatzung führen könnte. Wenn man sich dennoch für die Mustersatzung entscheidet, müssen die Gründer der Unternehmergesellschaft lediglich die Unterschriften notariell beurkunden lassen, was für rund 30 Euro möglich wäre.

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