Die Geschichte des Wahrsagens zieht sich durch die gesamte
Menschheitsgeschichte. Bereits im Altertum glaubte man an die Kräfte
bestimmter Menschen, die Zukunft vorherzusagen sowie Prognosen über den
Ausgang bestimmter Ereignisse anzustellen.


Dabei änderten sich zwar die Methoden der Hellseher, mit denen sie versuchten, ihre Weissagungen
herzustellen, von dem Lesen aus Tierinnereien oder Rauchentwicklung hin
zur Astrologie und anderen beobachtenden Arten der Weissagung, an dem
Grundsatz, das bestimmte Menschen für sich in Anspruch nahmen, die Zukunft
anhand bestimmter Indizien vorherzusagen, änderte sich jedoch nichts.

In der Gegenwart wurde dieses eher mystische Selbstverständnis jedoch
immer mehr von einer näher an der modernen Psychologie angelehnten
Methodik abgelöst. Moderne Wahrsagerinnen und Wahrsager verwenden z.B. das
Kartenlegen, um zusammen mit ihren Kunden Assoziationen zu gezogenen
Karten zu erarbeiten und damit wie auch in der Schulpsychologie
Rückschlüsse auf eventuelle Probleme und Belastungen im täglichen Leben zu
ziehen. Auch die Traumdeutung nimmt mittlerweile einen großen Teilbereich
des Hellsehens ein, so dass das Wahrsagen immer weniger von
tatsächlichen mystischen Fähigkeiten der Ausübenden abhängig ist, sondern
vielmehr von deren Auffassungsgabe sowie der Fähigkeit, tatsächlich
sinnvolle Hinweise für das Leben des Kunden zu geben und diesen damit mit
einem guten Gefühl in die Zukunft gehen zu lassen. Allerdings muss zu
diesem Zweck natürlich auch immer eine aktive Mitarbeit des an einer
Lebensberatung durch einen Wahrsager bzw. eine Wahrsagerin
teilnehmenden Kunden vorausgesetzt werden.