Mo 9 Aug 2010
Wenn Nudeln und Mehl übel machen – Zöliakie und Intoleranz gegen Gluten
Abgelegt unter Gesundheit - Medizin ::Nicht mal ein Wurstbrot am Morgen, keine Nudeln am Abend? Etwa jeder 400. Deutsche erkrankt unter der bekannten hiesigen Sprue, auch als Weizenallergie beziehungsweise Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und weiteren Getreidesorten enthaltene Eiweißkleber Gluten löst bei den Erkrankten eine Entzündung der der Schleimhaut im Darm aus, was zu einer Schädigung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich sind, kommt es mit der Zeit zu Mangelzuständen und einer Vielzahl von Symptomen, u.a. Ermüdung, Gedächtnisstörungen und Verlust von Gewicht, auch im Falle von mitunter stark größerer Nahrungsaufnahme.
Eine Heilung gibt es für die heutzutage zumeist als Zöliakie benannte chronische Erkrankung nicht, die Ursachen scheinen zumindest zum Teil erblicher Natur zu sein. Die Patienten müssen lückenlos eine glutenfreie Diät einhalten – nicht zuletzt, um ihr größeres Darmkrebsrisiko niedrig zu halten, aber bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen nicht selten Monate, oder gar Jahre. Wie bei anderen Unverträglichkeiten gegen Lebensmittel verursacht auch Zöliakie vor allem unklare Symptome, die kaum Hinweise auf den Ursprung geben – die Leidenden konsumieren weiterhin trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit unbewusst sich selbst. Daher kommt es in vielen Fällen zu Folgestörungen wie u.a. Milchzuckerintoleranz. Nach der Umstellung auf glutenfreie Nahrungsmittel verschwinden die Probleme jedoch meistens nach wenigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht hier aber bis zu über einem Jahr, um sich gänzlich zu regenerieren. Die Folgestörungen gehen während dieser Zeit zumeist zurück, auch wenn Weizenbestandteile in etlichen Esswaren eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Ernährung heute kein unüberwindbares Problem mehr dar. Denn mit der steigenden Zahl an Allergikern hat sich über die Zeit auch ein spezialisierter Markt gebildet, der mit besonderen Zubereitungen auf die speziellen Probleme eingeht. Jedoch betragen die Preise glutenloser Lebensmittel oft das Dreifache handelsüblicher Artikel. In manchen Ländern, darunter der Schweiz, federt der Staat die höheren Kosten deshalb durch einen Lebensmittelzuschuss ab; damit sind auch das abendliche Butterbrot und der Teller Nudeln kein Wunschtraum mehr.




