Was bedeutet der Begriff „Private Krankenversicherung“?

Die Private Krankenversicherung wird in Deutschland von Versicherungsunternehmen angeboten, die gewinnorientiert arbeiten und in deren eigenem Ermessen es liegt, ob sie den jeweiligen Antragssteller aufnehmen wollen oder nicht, im Gegensatz zur Gesetzlichen Krankenversicherung, die eine Pflichtversicherung ist. In der Privaten Krankenkasse können sich alle Arbeitnehmer versichern, deren Jahresbruttolohn bzw. -gehalt für mindestens 3 Jahre infolge über der Jahreseinkommensgrenze von 48.600 € (für 2009) liegt. Diese Einkommensgrenze wird jährlich neu festgelegt und orientiert sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter. Gegenwärtig sind in Deutschland etwa 10 % der Bevölkerung privat versichert.

Während die Unterschiede zwischen PKV und GKV bezüglich der medizinischen Grundversorgung nicht so groß sind, gibt es auf anderen Gebieten erhebliche Differenzen. So übernimmt z. B. die Agentur für Arbeit für Bezieher von Arbeitslosengeld 1 für Privatversicherte nicht die Beitragsfortzahlung, sondern dieser Personenkreis muss im Allgemeinen zur GKV wechseln. Ausnahmen gibt es für Arbeitnehmer über 55. Sollte man zu dieser Gruppe gehören, ist es am besten, sich Rat von Experten einzuholen. Andere Unterschiede zwischen beiden Krankenversicherungen gibt es bei der Versicherung von Familienangehörigen. Bei der Gesetzlichen Krankenkasse sind im Haushalt lebende Familienmitglieder wie Ehegatte oder Kinder beitragsfrei mitversichert, während bei der PKV für jedes Familienmitglied ein separater Beitrag erhoben wird. Bezieht jemand aus dieser Gruppe Arbeitslosengeld 1, muss sie/er zur gesetzlichen Krankenkasse wechseln. Andererseits brauchen privat Versicherte keine Praxisgebühr zu zahlen und der Standard der medizinischen Betreuung ist höher als bei der GKV (Einzel oder Zweibettzimmer, freie Klinikwahl, Chefarztbehandlung usw.)

Es gibt 3 Formen der Privaten Krankenversicherung. Vollversicherung, Teilversicherung und Zusatzversicherung. Oben genannte Angaben gelten für die Vollversicherung. Die Teilversicherung betrifft nur bestimmte Berufsgruppen wie Beamte, die Anspruch auf Beihilfe durch ihren Dienstherrn haben. Die am weitesten verbreitete Form der Privaten Krankenversicherung ist aber die Zusatzversicherung. Die Mehrheit der Deutschen nimmt die eine oder Art dieser Zusatzversicherungen in Anspruch. Zu den bekanntesten Gruppen dieser Art zählen die Auslandskrankenversicherungen, die wirklich jeder, der auch nur für einige Tage ins Ausland fährt, abschließen sollte. Eine andere bekannte Gruppe sind die Zusatzversicherungen für Zahnersatz, die den Versicherten vor hohen Zuzahlungen zu den Tarifen der Gesetzlichen Krankenkassen schützen.

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