Langeweile ohne Blut?

Was ist eigentlich der besondere Anreiz für Spieler an sog. uncut games? In der Regel bringt man schon Kindern bei, dass es beim Spielen nicht um gewinnen oder verlieren, sondern um den Spaß am Spielen selbst geht. Kann ein Monitor voller Blut und herumfliegender Körperteile wirklich Spaß machen? Ist es nicht schon schlimm genug, dass man permanent in den Medien von Amokläufen mit zig Toten hört? Muss man solche Szenen wirklich noch zu Hause am PC nachstellen? Ein interessantes Beispiel diesbezüglich: Im Radio wird von 28 Toten bei einem Amoklauf an einer amerikanischen Schule berichtet. Die Kollegen im Großraumbüro sehen sich alle angewidert und verständnislos an und reden darüber, dass sie so etwas nicht nachvollziehen können. Nach Feierabend geht der ein oder andere Gesprächsteilnehmer nach Hause und spielt uncut games mit Metzelszenen – nur eben vor dem PC und nicht real. Aber ist das wirklich besser?! Vielleicht sind wir Menschen in der heutigen Zeit durch die Medien so reizüberflutet von Gewalttaten und Kriegsbildern, dass es uns schon fast langweilig erscheint, etwas zu tun, wo man kein Blut sieht. Viele Spieler von uncut games sagen, das sei ja alles nicht real und sie spielen das nur zum abreagieren. Doch die Graphiken der Spiele sind heute so real, dass es erschreckend ist. Aber es ist ja „nur ein Spiel“.

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