Die Mauren in Europa

Die Mauren sind keine eigenständige Nation, denn der Ausdruck stammt von dem griechischen Wort ‘mauros’, was soviel wie ‘dunkelhäutig’ bedeutet. Damit waren die Menschen aus Nordafrika und den arabischen Ländern gemeint, ohne jedoch sich auf eine bestimmte Volksgruppe zu beziehen. Die ersten Mauren waren somit auch Araber und Berber aus Nordafrika, die erstmals 711 nach Spanien und Portugal eindrangen. In nur acht Jahren brachten sie die ganze iberische Halbinsel unter ihre Herrschaft, da die dort herrschenden Westgoten stark zerrüttet waren. Nördlich der Pyrenäen konnten sie zwar nie Fuß fassen, doch konnten sie das Land dort mit nutzen. Bis fast Mitte des 11. Jahrhunderts konnten sie ihre Stellung auf der Halbinsel mehr oder weniger halten, die enorme Toleranz zwischen den Religionsrichtungen zu dieser Zeit war beeindruckend. Das Emirat von Granada hielt sich als einziges noch weitere 300 Jahre.

Zeugen einer friedlichen Zeit
Die besiegten Mauren musste sich entweder zum Christentum konvertieren oder aber das Land verlassen. Später nannte man genau diese konvertierten Christen Moros und Sarazenen. Noch heute findet man in ganz Spanien und Portugal unzählige architektonische Zeugen einer großen Epoche. Wohl wichtigster ist die Alhambra in Granada, die als eines der schönsten Kunstzeugnisse der maurischen Zeit gilt. Wundervolle Bildhauerkunst, prachtvolle Gärten und glanzvolle Räumlichkeiten – eines wahren Königs würdig. Überall findet man zahlreiche Alcàzar, Festungsanlagen, Cordoba, Sevilla und Toledo sind regelrechte Hochburgen ihre Baukünste. Außer in Spanien haben sie wundervolle Zeugen auch in Sizilien, Malta und Süditalien hinterlassen, die heute noch bestens erhalten sind und viel besucht.

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