Joachim Löws Karriere als Vereins-Trainer

Joachim Löw ist einer der am meisten gefragten Fußballtrainer heutzutage. Internationale Spitzenvereine buhlen um ein Engagement des deutschen Nationaltrainers. Doch das sah schon einmal ganz anders aus. Nach seiner Zeit als aktiver Fußballprofi musste Löw herbe Pleiten als Trainer hinnehmen, ehe er beim DFB als Coach aufblühte.

Seine erste Station als Trainer war dabei in der Schweiz, wo er die D-Jugend des FC Winterthur betreute, für den er gleichzeitig als Spieler in der Nationalliga B auflief. 1994 wechselte Löw in die erste Schweizer Liga, wo er beim FC Frauenfeld als Spieletrainer fungierte.

Parallel zu seinem Amt als Spielertrainer in der Schweiz begann Löw 1994 seine Ausbildung als Fußballtrainer, die er jedoch nicht abschloss. Grund dafür war ein Angebot von Rolf Fringer, der ab 1995 den VfB Stuttgart trainierte und Löw als Assistent haben wollte. Nachdem sich der Verein in der Saison 1995/1996 nicht wie erhofft für den UEFA-Cup qualifizieren konnte, entschied sich Fringer für ein Engagement als Schweizer Nationaltrainer. Löw hingegen erhielt von den Stuttgartern das Angebot, als Interimstrainer zu fungieren.

Dankend nahm Löw den Posten an und sorgte in der Saison 1996/97 mit dem „Magischen Dreieck“ um Fredi Bobic, Giovane Elber und Krassimir Balakow für Aufsehen. Die Favoritenrolle in den Fußball Wetten für einen Triumph im DFB-Pokal bestätigte das Team und setzte sich mit 2:0 gegen Cottbus durch. Ein Jahr später stand der VfB sogar im Finale des Europapokals der Pokalsieger, unterlag jedoch gegen den FC Chelsea mit 0:1. Obwohl der VfB in derselben Saison den vierten Rang erreichte, wurde Löw überraschend entlassen.

Im Anschluss trainierte Löw den türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul, mit dem er Dritter wurde. Doch nach nur einer Saison endete das Engagement und Löw wechselte zum Karlsruher SC, der in die zweite Liga abgestiegen war. Unter Löw gelang jedoch weiterhin kein Erfolg und so gewann das Team nur eines von 18 Spielen. Zum Saisonende wurde Löw daher entlassen und auch sein darauffolgendes Amt bei Adanaspor endete bereits nach drei Monaten wegen Erfolglosigkeit.

Sportlich erfolgreich lief es hingegen bei seiner nächsten Station, dem FC Tirol Innsbruck, mit dem Löw 2002 sogar den Meistertitel holte. Der Verein meldete jedoch noch im selben Jahr Konkurs an und so endete das Engagement im Sommer. Ein Jahr später übernahm Löw schließlich seinen vorerst letzten Trainerposten – erneut in Österreich. Mit Austria Wien war Löw durchaus erfolgreich und so war der Verein Tabellenführer. Nach einer Niederlage gegen Tabellenschlusslicht FC Kärnten setzte man Löw trotzdem vor die Tür und hob den Vertrag zum Unverständnis von Experten und Vertretern der Fußballnachrichten vorzeitig auf.

Die Enttäuschung war damals sicherlich groß bei Löw, doch rückblickend betrachtet extremes Glück. Schließlich wechselte er nun zum DFB, wo er unter Jürgen Klinsmann als Assistenztrainer arbeitete und schließlich 2006 zum Trainer der DFB-Auswahl befördert wurde.

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